
RTL stellt Unter uns ein – nach 32 Jahren und 8.000 Folgen
Im Dezember läuft die Produktion aus, im März 2027 die letzte Folge. Zwei andere Dailys bleiben – die Entscheidung fiel an einem Tag mit 4,6 Prozent.
von AdminCut
RTL setzt „Unter uns" ab. Die Produktion endet im Dezember 2026, die letzte Folge läuft im März 2027 – 32 Jahre nach der ersten. Der Sender teilte die Entscheidung am 31. August mit.
Inga Leschek, Chief Content Officer bei RTL Deutschland, nannte die Serie eine „außergewöhnliche Erfolgsgeschichte" und verwies auf veränderte wirtschaftliche Bedingungen für tägliche fiktionale Programme. Die beiden anderen UFA-Dailys bleiben: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und „Alles was zählt" laufen weiter.
Wie es um „Unter uns" stand, zeigte sich am Tag der Ankündigung von selbst. 0,6 Millionen Zuschauer sahen zu, 5,7 Prozent Marktanteil insgesamt. Bei den 14- bis 49-Jährigen, auf die es im Werbefernsehen ankommt, waren es 0,06 Millionen und 4,6 Prozent. Über die Woche lag die Reichweite bei gut einer halben Million, am Freitag rutschte der Marktanteil auf 3,7 Prozent.
Das ist der Punkt, an dem eine Daily rechnerisch nicht mehr geht.
Eine tägliche Serie kostet jedes Jahr dasselbe, ob 3 oder 8 Prozent zusehen. Sie braucht ein festes Ensemble, ein stehendes Studio und ein Team, das fünf Folgen pro Woche schreibt und dreht. Diese Kostenstruktur trägt sich nur über Werbeeinnahmen im Vorabendprogramm – und die hängen an genau der Altersgruppe, die dort seit Jahren wegbricht.
Bemerkenswert ist weniger die Absetzung als ihr Zeitpunkt. RTL hat 15 Monate vor der letzten Folge entschieden und das öffentlich gemacht. Damit bekommt die UFA Zeit, einen anderen Sender oder Streamingdienst zu suchen; die Produktionsfirma hat angekündigt, das zu versuchen. ProSiebenSat.1 hat zwei Tage später bereits abgewunken.
Ob sich jemand findet, ist offen. Eine 32 Jahre alte Daily mit gewachsenem Figurenbestand ist für einen Streamingdienst ein schwieriges Angebot: Wer einsteigt, übernimmt eine Vorgeschichte, die niemand nachholen will, und ein Format, dessen Publikum linear fernsieht.
Für RTL bleibt eine Lücke im Vorabend, die der Sender nach eigener Aussage nicht mit einer neuen Daily füllen will. Was stattdessen dort läuft, hat er noch nicht gesagt.
