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„Lupin“ Teil 4: Omar Sy hat auf Deutsch eine neue Stimme
Sascha Rotermund spricht Assane Diop nicht mehr. Hinter dem Wechsel steht der Streit um KI-Klauseln in den Netflix-Verträgen.
von AdminCut
Wer „Lupin“ auf Deutsch schaut, hört seit Freitag einen anderen Meisterdieb. In den neuen Folgen, die Netflix am 23. Oktober veröffentlicht hat, spricht Alexander Doering die Hauptfigur Assane Diop. Drei Staffeln lang war Omar Sy auf Deutsch mit der Stimme von Sascha Rotermund zu hören.
Er ist nicht der einzige Wechsel. Laut Abspann spricht Rainer Doering jetzt den Kommissar Hubert Pellegrini, den bisher Michael Iwannek sprach. Claire, gespielt von Ludivine Sagnier, hat statt Anne Helm nun Aline Staskowiak als Stimme. Quotenmeter berichtet unter Berufung auf ein Synchron-Forum von acht neu besetzten Rollen und einer neuen Synchronregie. Netflix hat die vollständige Besetzung nicht bestätigt.
Der Grund liegt in den Verträgen. Netflix verlangt neue Klauseln, nach denen Aufnahmen auch zum Training einer KI verwendet werden dürfen. Eine eigene Vergütung dafür ist laut DWDL nicht vorgesehen. Der Verband Deutscher Sprecher:innen rät seinen Mitgliedern, nicht zu unterschreiben, und Rotermund wie Helm haben sich daran gehalten. Im September hat der Verband Beschwerde beim Bundeskartellamt eingelegt. Ob die Behörde ein Verfahren eröffnet, ist offen.
Netflix nennt die Vorwürfe des Verbands „unbegründet“. Der Konzern verweist auf eine Vereinbarung mit der Schauspielgewerkschaft BFFS aus dem vergangenen Sommer und sagt zu, keine digitale Kopie und keine synthetische Stimme ohne gesonderte und ausdrückliche Zustimmung zu nutzen.
Für das Publikum ist das ein spürbarer Einschnitt. Eine Synchronstimme ist bei einer Serie, die man über Jahre verfolgt, Teil der Figur, und Rotermund hat Assane Diop seit 2021 geprägt. Wer den Wechsel nicht hinnehmen will, kann auf den französischen Originalton mit Untertiteln ausweichen.
Wichtiger ist, was danach kommt. „Lupin“ ist der bekannteste Fall, aber kein Einzelfall: Die Klauseln gelten für alle Netflix-Produktionen, die in Deutschland synchronisiert werden. Solange Verband und Konzern keine Einigung finden, werden weitere Serien mitten in der Laufzeit neue Stimmen bekommen. Bezahlen werden das nicht die Verhandlungspartner, sondern die Leute vor dem Fernseher, die ihre Figuren nicht wiedererkennen.