
EA schließt BioWare und stoppt das nächste Mass Effect
Rund 400 Stellen fallen weg, das Studio in Edmonton macht zu. Für EA zählen künftig Sport, Battlefield und Star Wars.
von AdminCut
Electronic Arts schließt BioWare. Das Studio gab die Schließung am 21. Oktober über seine offiziellen Kanäle bekannt, zugleich endet die Arbeit am nächsten Mass Effect. Insgesamt streicht EA rund 400 Stellen, nach Angaben von Bloomberg etwa drei Prozent der Belegschaft. Rund 50 davon entfallen auf BioWare.
Das nächste Mass Effect war 2020 angekündigt worden und steckte noch in einer frühen Phase. Gezeigt wurde seitdem kaum etwas. Ob die geplante Serie bei Amazon Prime Video davon betroffen ist, ist laut GamesWirtschaft offen.
In einem Schreiben an die Belegschaft, über das Bloomberg berichtet, begründen COO David Tinson und Studiochef Cam Weber den Schritt damit, man habe das Geschäft über Monate genau geprüft. BioWare kündigte an, den Betroffenen bei der Suche nach Stellen außerhalb von EA zu helfen.
Gegründet wurde BioWare 1995 von Ray Muzyka und Greg Zeschuk im kanadischen Edmonton, seit 2007 gehört es zu EA. Aus dem Studio stammen Baldur's Gate, Star Wars: Knights of the Old Republic, Mass Effect und Dragon Age. Das letzte Spiel, Dragon Age: The Veilguard von 2024, blieb laut GamesWirtschaft deutlich hinter den Erwartungen von EA zurück.
Hintergrund ist der Umbau nach dem Verkauf des Konzerns. EA gehört seit zwei Monaten dem saudischen Staatsfonds PIF, die Übernahme hatte einen Wert von rund 55 Milliarden Dollar. Laut VGC trägt das Unternehmen etwa 18 Milliarden Dollar Schulden. Investieren will EA künftig in Sportspiele, Apex Legends, Battlefield und Action-Adventures wie das nächste Star Wars Jedi und Marvel's Iron Man.
Laut einem Bericht von Variety, der sich auf mehrere ungenannte Quellen stützt, sollen DICE und Respawn gemeinsam an Star Wars: Battlefront 3 arbeiten. EA hat seinen Beschäftigten nur von einem gemeinsamen künftigen Projekt der beiden Studios berichtet, den Titel bestätigt der Konzern nicht.
Mit BioWare verschwindet ein Studio, dessen Name über zwei Jahrzehnte für erzählerische Rollenspiele stand. Wirtschaftlich folgt die Entscheidung einer klaren Logik. Ein Rollenspiel dieser Größe braucht viele Jahre und bringt einmal Geld, Sportspiele und Shooter bringen es jedes Jahr. Ein Konzern, der hohe Zinsen bedienen muss, setzt auf das Planbare.
Für Spieler heißt das, dass Mass Effect auf unbestimmte Zeit keinen neuen Teil bekommt. Die Marke gehört weiter EA. Dass ein anderes Studio sie übernimmt, ist denkbar, angekündigt ist davon nichts.