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Filmposter

Pirates of the Caribbean - Salazars Rache

2017 Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg

Im neuen Abenteuer gerät Captain Jack Sparrow einmal mehr in große Not, als er auf eine Horde Geister-Piraten trifft, angeführt von Sparrows Nemesis Captain Salazar. Die Untoten sind aus dem Bermuda-Dreieck entkommen, in dem sie gefangen waren, und verfolgen nun nur ein Ziel: Sie wollen alle Piraten töten, zuallererst Jack Sparrow. Dessen einzige Chance liegt nun darin, Poseidons Dreizack zu finden, dessen magische Kräfte die Geister-Piraten erneut bannen können und seinem Besitzer die Kontrolle über die Weltmeere verleihen.

Johnny Depp Javier Bardem Geoffrey Rush Brenton Thwaites Kaya Scodelario Golshifteh Farahani Kevin McNally Stephen Graham Angus Barnett David Wenham Martin Klebba Adam Brown

Trailer

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Besetzung

TMDB-Wertung
6.7/10
13,032 Stimmen

Rezensionen

Profilbild von AdminCut 5/10

Der letzte Teil der „Fluch der Karibik“ Filmreihe sinkt weiter ab und die „Formelhaftigkeit“ des Franchise ist unübersehbar. Das liegt auch an einer gewissen „copy/paste“ Mentalität, weil die Einzelteile des Films von vorherigen Teilen der Reihe zusammengekratzt werden. Deshalb ist es noch schwerer, etwas im Film zu finden, das man nicht schon mehrfach in den früheren Filmen, und das besser, gesehen hat. Es gibt zwar ein paar kleine Überraschungen, wie die untoten Haie, die eine neue, interessante Idee bieten, doch das reicht nicht aus, um einen weiteren Film zu rechtfertigen. Die Entwicklung des ikonischen Jack Sparrow, gespielt von Johnny Depp, hat bis hierhin einen besorgniserregenden Weg genommen. Von der brillanten, „schön-schräg-abstrusen“ Darstellung im ersten Teil, in dem der Pirat auch ein gewisses Geschick und Trickerei zeigt, wurde er in den Folgefilmen immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Jetzt ist der chaotische Klassenclown im letzten Teil auf dem Punkt angekommen, wo er als „betrunkener Pirat mit großen Gedächtnislücken“ erscheint. Die Sprüche kennt man alle, Jack wirkt schon lange nicht mehr clever, sondern stolpert nach dem Motto „Gott beschützt Kinder, Verrückte und Betrunkene“ durch den Film und seine Darbietung ist einfach nicht mehr witzig. Es scheint, als wäre die Figur ausgelutscht und müde. Apropos Jack… sein abwesender Vater, Keith Richards, wird diesmal, dank der guten Kontakte von Johnny Depp, von Sir Paul McCartney als „Onkel Jack“ vertreten. Kleine Rolle – aber ein erfreulich netter Cameo. Insgesamt fand ich den Teil inzwischen übertrieben und unrealistisch. Viele Szenen erscheinen nicht mehr glaubwürdig oder wirken sogar komisch. Nehmen wir die Eröffnungsszene mit der Bank, oder später, als Jack mit voller Wucht von einem Schiff und einer schweren Kanone getroffen wird. Man ist entweder tot oder hat sich extrem verletzt. Auch wenn der Film seinen „Fantasyanteil“ hat, kann man nicht alle physikalischen Gesetze ignorieren und noch weiter ins Märchenhafte abdriften. Das ist ein Problem, das sich in jedem Teil verschärft hat. Den schrecklichen Geisterkapitän mit seinem Geisterschiff und der Geistercrew wird dieses Mal von Javier Bardem als Salazar dargestellt. Der größte Unterschied ist, dass er ursprünglich ein Piratenjäger war und kein Pirat, aber das ist letztlich egal, weil die Figur hier noch uninteressanter ist als Blackbeard im vorherigen Film. Da konnte man wenigstens Ian McShane zusehen, während Bardem hier sehr steif wirkt. Salazar und seine Geisterfreunde sind außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie schlecht CGI in weniger als zehn Jahren altern kann. Viele zukünftige Blockbuster werden noch heftiger darunter leiden. Es gibt auch ein paar neue Figuren in der Geschichte, die jedoch kaum nennenswerte Impulse setzen. Brenton Thwaites bleibt weit hinter dem zurück, was Orlando Bloom abgeliefert hat, dessen Sohn und Nachfolger er hier spielt. Positiv fand ich hingegen Kaya Scodelario, die ich wahrscheinlich aus den Maze Runner-Filmen kenne, die mir jedoch entfallen sind, da sie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ihre Rolle wirkte etwas „erzwungen“ und nicht sehr ansprechend, aber sie ist eine sympathische Schauspielerin, von der ich in besseren Filmen gerne mehr sehen würde. Geoffrey Rush in der Rolle des Barbossa und Kevin McNally als Mr. Gibbs dürfen im letzten Film natürlich nicht fehlen und sind nach wie vor kleine Lichtblicke in einem Film, der ansonsten in der Mittelmäßigkeit versinkt. Die Briten sind im Film auch wieder dabei, werden aber diesmal komplett zur gesichtslosen Hintergrundgruppe, die hier und da auftritt. Es gelingt einfach nicht, einem der Offiziere so viel Charisma zu geben, dass er mehr als zehn Sekunden im Gedächtnis bleibt. Insgesamt ist die letzte Episode der Reihe eine große Enttäuschung, aber immerhin eine, die man nach dem bereits überstrapazierten Vorgänger kommen sehen konnte. Aus vielen Gründen hat sich das Franchise selbst verbraucht und wurde mit jedem Teil austauschbarer, formelhafter und vor allem wiederholt. Irgendwann hat man einfach alles gesehen und die Geschichten wiederholten sich nur noch. Ich denke deshalb nicht, dass es hier wirklich eine weitere Fortsetzung braucht, die kaum etwas Neues bringen würde. Außerdem ist Depp mittlerweile auch nicht mehr der jüngste Schauspieler. Ein außergewöhnliches Drehbuch wäre nötig, um einen weiteren Film zu rechtfertigen. Nur ein weiterer Fluch mit einem Geisterkapitän reicht nicht mehr aus. Da das Thema der „Flüche der Meere“ erneut aufgegriffen wurde, könnte es interessant sein, das Setting einfach ans Land zu verlegen und vielleicht die britischen „Highwaymen“ mit einem Fluch in den Fokus zu rücken. Im Grunde wären den Piraten an Land, schließlich waren sie nichts anderes. Man könnte sich zum Beispiel an echten Räubern wie Dick Turpin oder John Nevison orientieren und schnell eine neue Hauptfigur schaffen, ähnlich wie „Jack Sparrow“. Aber das ist nur eine Randbemerkung, da es mir während des Films durch den Kopf ging. „Salazars Rache“ bleibt für mich jedoch der schwächste Teil der gesamten Reihe, und auch mit Abstand und einer weiteren Sichtung hat sich mein Eindruck nicht geändert.

Bearbeitet am 20.09.2026, 15:32